Singen bei Atemwegs-erkrankungen

Singen ist das beste Lungentraining! Singen bei COPD, Asthma und anderen Erkrankungen der Atemwege wirkt entlastend und stärkend zugleich. So fördert es auf körperlicher Ebene die Funktion der an der Atmung beteiligten Organe und der Atemmuskulatur. Auch mit einer sehr eingeschränkten Belastbarkeit (und mit Sauerstoff-Gerät) kann in der Gruppe mitgesungen werden! Jeder Betroffene kann - unabhängig vom Schweregrad seiner Erkrankung -  von der atemvertiefenden, entspannenden Wirkung des gemeinsamen Singens profitieren. In Berlin-Reinickendorf singe ich regelmäßig an unterschiedlichen Orten mit Menschen, die von Lungenerkrankungen und Krebserkrankungen betroffenen sind.

 

Aktuelle Termine nenne ich jederzeit gerne auf Anfrage. 

 

Leistungsfreies Singen in angenehmer Gemeinschaft wirkt besonders unterstützend bei Atemwegserkrankungen wie

  • Asthma bronchiale
  • COPD
  • Lungenemphysem
  • Bronchiektase
  • Lungenfibrose
  • Sarkoidose
  • Lungenkrebs

Als gute Möglichkeit, die Lunge, die Bronchien und den ganzen Körper sanft zu trainieren gibt es neben dem Singen auch den sogenannten "Lungensport" als Rehasport-Maßnahme.  Beim dieser wöchentlich stattfindenen speziell auf Menschen mit COPD und Asthma zugeschnittenen Bewegungseinheit fördern Atemgymnastik und Ausdauertraining die Funktionsfähigkeit von Lunge und Bronchien und verbessern nachweislich den Allgemeinzustand. Zudem macht das gemeinsame Training einfach Spaß und bietet auch eine Möglichkeit, sich gegenseitig kennen zu lernen, auszutauschen und zu unterstützen.

 

Ihr Arzt stellt Ihnen nach Beratung auf Wunsch ein Rezept über zunächst 50 Reha-Sport Trainingseinheiten aus (bei starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann die Reha-Maßnahme auf 120 Übungseinheiten erhöht werden). 

Der Verein "Lungensport Havelhöhe" zum Beispiel bietet diesen Rehasport für Menschen mit Atemwegserkrankungen an verschiedenen Orten an (www.lungensport-havelhoehe.de). Informationen zu weiteren ambulanten Lungensportgruppen gibt es beim Berliner Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband e.V.: bsberlin.de

Artikel zum Thema

Ärzte Zeitung, 25.01.2017

Studiendaten

Singen gegen Lungenkrankheiten

Wer singen will, braucht ausreichend Luft. Britische Forscher haben jetzt in einem Review analysiert, wie sich ein Gesangstraining auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen mit respiratorischen Krankheiten auswirkt.

Von Christine Starostzik

Besonders COPD-Kranke profitieren von Gesangstraining

Es muss nicht schön sein: Aber Gesangstraining wirkt sich dennoch auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen mit respiratorischen Krankheiten positiv aus.

© Mike Feraco / iStock / Thinkstoc

LONDON. Auch wenn das Geträller von Chören so manchen Zeitgenossen immer wieder aufs Neue nervt, die damit erzielbaren Effekte auf Körper und Seele sind nicht zu unterschätzen. Zu diesem Schluss kommen jetzt Wissenschaftler des Londoner Imperial College in einem systematischen Review von letztlich sechs Studien zur Wirkung von Gesangsunterricht in der Gruppe auf die Lungengesundheit.

Adam Lewis und Kollegen werteten Studien aus, in denen Parameter wie Gesundheitsstatus, Lungenfunktion und Lebensqualität von Gesangsschülern mit entsprechenden Daten von Personen unter Standardversorgung verglichen wurden (Primary Care Respiratory Medicine 2016; 26, 16080, online 1. Dezember).

"Singing for Lung Health"

Die Sänger nahmen an einer Initiative namens "Singing for Lung Health" (SLH) teil, die unter anderem von der British Lung Foundation unterstützt wird. Ziel ist es, Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma zu mehr Luft zu verhelfen. Der regelmäßige Unterricht, in den Übungen zu Körperhaltung und Atemkontrolle einfließen, wird von einem erfahrenen Gesangslehrer geleitet. Gleichzeitig bietet sich reichlich Gelegenheit für soziale Kontakte.

Der Analyse zufolge scheint das Singen bei Menschen mit chronischen respiratorischen Erkrankungen die Lebensqualität zu verbessern. Besonders positive Auswirkungen ergaben sich auf die körperliche Gesundheit und das Angstniveau, wie die britischen Wissenschaftler berichten. Außerdem waren in einer Studie positive Auswirkungen auf einzelne Lungenfunktionsparameter beschrieben worden.

Keine Nebenwirkungen

Nebenwirkungen des Gesangs konnten nicht entdeckt werden. Allerdings leide die Aussagekraft vieler Studien unter den häufig sehr geringen Probandenzahlen. Zum Teil fehle die Kontrollgruppe und auch Vergleichsmöglichkeiten zwischen den Untersuchungen seien wegen unterschiedlicher Studiendesigns nur schwer möglich.

Dennoch scheinen qualitative Daten darauf hinzuweisen, dass insbesondere COPD-Patienten von den Gesangsstunden profitieren. Diese berichteten nämlich durchweg darüber, dass ihnen der Unterricht helfe, mit ihrer Erkrankung besser zurechtzukommen(...).


COPD: Singen hilft gegen Atemnot

Schon länger ist bekannt, dass Singen das Wohlbefinden von COPD-Patienten verbessert. Unklar war bislang, ob das Singen selbst oder die soziale Aktivität in der Gruppe die verbesserte Lebensqualität bewirkt. Britische Forscher fanden nun die Antwort.

In der Studie wurden COPD-Patienten in 2 Gruppen aufgeteilt. Während eine Gruppe über einen Zeitraum von 8 Wochen wöchentlich gemeinsamen Gesangsunterricht bekam, besuchte die andere Gruppe einmal in der Woche einen Filmabend mit anschließender Diskussion.

Das Ergebnis: Zwar wirken sich beide Aktivitäten nicht direkt auf die physische Belastbarkeit der Patienten aus, die Teilnehmer der Gesangsgruppe berichteten aber von mehr positiven Effekten im Anschluss an eine Gesangsstunde. So besserte sich das persönliche Wohlbefinden der Gesangsgruppe gegenüber der Filmgruppe deutlich. Die Sänger fühlten sich physisch und psychisch fitter und gaben an, Atemtechniken bewusster einsetzen zu können als zuvor.

Die Studie zeigt also, dass Patienten der COPD von professionell angeleitetem Gesangsunterricht im Gesangsverein oder Kirchenchor in mehrfacher Hinsicht profitieren. Dabei bewirkt nicht nur die Freude am gemeinsamen Singen in der Gruppe ein verbessertes Wohlbefinden.

Nahezu alle Befragten gaben an, dass Sie neue Atemtechniken erlernt hätten, die Ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit der Lungenkrankheit geben und die Angst vor Atemnot nehmen. Auch die richtige Körperhaltung, die beim Singen eine große Rolle spielt, hilft Patienten, eine verbesserte Kontrolle ihrer Atmung zu entwickeln.

Quelle: BMC Pulmonary Medicine